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Betreuungsmodell

🔁2-2-3-Modell

Das 2-2-3-Modell ist eine beliebte Variante des Wechselmodells mit kürzeren Betreuungsphasen. Es eignet sich besonders für jüngere Kinder, die längere Trennung von einem Elternteil emotional noch schwer aushalten.

Was ist das 2-2-3-Modell?

Beim 2-2-3-Modell wechseln die Kinder mehrmals pro Woche zwischen den Eltern. Der Name kommt vom Rhythmus: 2 Tage bei Elternteil A, 2 Tage bei Elternteil B, 3 Tage bei A — und in der Woche darauf umgekehrt.

Über zwei Wochen verteilt verbringt das Kind je 7 Tage bei jedem Elternteil — also perfekt 50/50. Der Unterschied zum klassischen Wechselmodell (7-7): das Kind sieht jeden Elternteil mehrmals pro Woche, nie länger als 3 Tage am Stück getrennt.

Für wen ist es geeignet?

  • Kinder unter 6 Jahren, die eine längere Trennung von einem Elternteil als beunruhigend empfinden
  • Eltern, die sehr nah beieinander wohnen (max. 5 Min) — viele Übergaben nötig
  • Wenn die Eltern eine gute Kommunikationsbasis haben — sehr häufige Abstimmungen
  • Beide Elternteile sind beruflich flexibel und können auch mitten in der Woche das Kind übergeben oder abholen
  • Eltern, die die maximale Präsenz beider Seiten wollen
⚠️
Wichtig: Routine vor Symmetrie

Manche Kinder leiden unter den vielen Wechseln. Wenn du merkst, dass dein Kind nach Wochen noch immer „verwirrt" beim Übergang ist, prüfe das 2-2-5-5-Modell oder 7-7 als Alternative.

Wochenplan-Beispiel

  • Mo–Di: bei Mama
  • Mi–Do: bei Papa
  • Fr–So: bei Mama
  • Mo–Di (W2): bei Papa
  • Mi–Do (W2): bei Mama
  • Fr–So (W2): bei Papa
  • → Zyklus wiederholt sich alle 14 Tage

Vorteile

  • Kein Elternteil zu lange von Kind getrennt — max. 3 Tage
  • Ideal für Kleinkinder (Bindungstheorie: regelmäßiger Kontakt zu beiden Bindungspersonen)
  • Beide Eltern erleben Schul-/Kindergartenalltag UND Wochenende
  • Sehr flexibel — Übergaben am Wochenanfang/-mitte fühlen sich „natürlich" an
  • Faire Verteilung — exakt 50/50 über 14 Tage

Nachteile

  • Sehr viele Übergaben (3 pro Woche) — Logistik aufwendig
  • Kann für ältere Kinder zu unruhig wirken
  • Schul-Routine kann leiden: Lernsachen müssen häufig wandern
  • Schwierig wenn Eltern beruflich nicht flexibel sind (kein Homeoffice)
  • Hoher Kommunikationsbedarf — kurze Abstimmungen fast täglich

Praktische Tipps

  • Übergabe-Bag mit Tabletten/Wechselsachen — kein Mehrfach-Suchen
  • Tablet/Smartphone: bleibt beim Kind (wenn es schon eins hat)
  • Doppelte Schul-Materialien: zweite Federmappe, zweiter Sportbeutel
  • Übergabe-Ort: möglichst Schule/Kita — neutraler Boden
  • Mit Copario: Multi-Day-Bänder im Kalender zeigen sofort, wo das Kind heute ist

Was sagt die Forschung?

Bindungstheoretiker:innen empfehlen für Kleinkinder kurze, regelmäßige Phasen, statt langer Trennungen. Das 2-2-3-Modell entspricht diesem Prinzip am besten unter den 50/50-Modellen. Studien aus Australien (McIntosh 2010) bestätigen: Kinder unter 4 Jahren profitieren von kürzeren Phasen bei beiden Elternteilen.

Häufige Fragen

Ab welchem Alter funktioniert das 2-2-3-Modell?

Praktisch ab 6 Monaten, ideal 1-6 Jahre. Ab Grundschulalter steigen viele Familien auf 7-7 oder 2-2-5-5 um, weil die Schul-Stabilität wichtiger wird als der häufige Wechsel.

Wie ist das beim Kindergarten?

Der Kindergarten ist konstant — egal bei welchem Elternteil das Kind übernachtet. Wichtig: beide Eltern im Bringer/Abholer-Vermerk der Kita eintragen, beide bekommen Info-Mails.

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